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Anlageprodukte

Die Apobank als Standesbank der Heilberufe bietet mit ihrem One-Stop-Shop-Prinzip auch Anlageprodukte an. So vermittelte die Bank Immobilienbeteiligungen sowie Medien- und auch andere Fondsanteile. Hat die Bank bei der Beratung und Vermittlung die gesetzlichen Anordnungen erfüllt?

Mit der Qualität der Anlageberatung der Apobank haben sich eine Vielzahl von Gerichten, u. a. das Oberlandesgericht Düsseldorf, beschäftigt. Das OLG Düsseldorf urteilte dazu im Herbst 2012:

“Nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung muss eine Bank, die einem Anleger den Erwerb bestimmter Anlageprodukte empfiehlt, diesen ungefragt darauf hinweisen, dass und in welcher Höhe sie Rückvergütungen aus Ausgabeaufschlägen und Verwaltungskosten von der Fondsgesellschaft erhält […]. Aufklärungspflichtige Rückvergütungen liegen vor, wenn Teile der Ausgabeaufschläge oder Verwaltungsgebühren, die der Kunde über die Bank an die Emittentin zahlt, hinter seinem Rücken an die beratende Bank umsatzabhängig zurückfließen, so dass diese ein für den Kunden nicht erkennbares besonderes Interesse hat, gerade diese Beteilgung zu empfehlen […]. Die Aufklärung über die Rückvergütung ist notwendig, um dem Kunden den insofern bestehenden Interessenkonflikt der Bank offenzulegen, denn erst dadurch wird er in die Lage versetzt, das Umsatzinteresse der Bank selbst einzuschätzen und zu beurteilen, ob sie ihm eine bestimmte Anlage nur deshalb empfiehlt, weil sie selbst daran verdient […].

Dieser Verpflichtung ist die Beklagte vorliegend anlässlich der im Februar 2007 durch ihren Mitarbeiter […] geführten Anlageberatungsgespräche nicht nachgekommen.”

OLG Düsseldorf, Urteil vom 30. Oktober 2012, Az. I-1 U 36/12 (Hervorhebung durch die Kapitalschutzvereinigung für die Heilberufe e. V.)

Auch das Landgericht Frankenthal (Urteil vom 6. Mai 2014 Az.: 7 O 381/13) verurteilte die Apobank, einer Anlegerin ca. 50.000 € zu zahlen. Das Urteile stellte Beratungsfehler fest; darüber hinaus verschwieg die Bank hinter dem Rücken der Anlegerin Rückvergütungen (Provisionen) erhalten zu haben. Fehlt die Angabe über die Provision dem Grunde und der Höhe nach, kann der Anleger nicht erkennen, ob sich die Bank bei der Beratung in einem Interessenkonflikt befindet. Der Konflikt besteht in der Beratungspflicht der Bank, die beste Empfehlung für den Anleger abzugeben und ihrer Gewinnerzielungsabsicht, Provisionen zu vereinnahmen. Dieses Provisionsinteresse kann die Objektivität der Beratung zum Nachteil des Kunden belasten.Verschwiegene Provisionen sind ausweislich unserer Finanzchecks keine Einzelfälle!

Bei den vermittelten Produkten ging es u. a.um den MPC Sachwerte Rendite Fonds Opportunity und den MPC Reefer-Flottenfonds. Der Bundesgerichtshof (Urteil vom 3. Juni 2014, Az.: XI ZR 147/12) führt hierzu aus:

“Eine beratende Bank hat Kunden aufgrund von Anlageberatungsverträgen über den Empfang versteckter Innenprovisionen von Seiten Dritter unabhängig von deren Höhe aufzuklären.”

Unser Stresstest hatte nicht zum Inhalt, die Qualität der vermittelten Kapitalanlagen zu prüfen, sondern ist der Frage nachgegangen, ob bei Beratung und Vermittlung von Kapitalanlageprodukten die Apobank stets gesetzliche Normen beachtet hat. Unser Fazit:

Gerichte stellten verschwiegene Provisionen und eine nicht anlage- und anlegergerechte Beratung fest. Den Stresstest hat die Apobank folglich nicht bestanden.

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